Loblied auf die unGeduld

Veröffentlicht auf von M.

unGeduld ist meine Stärke“ las ich neulich auf einer Karte. „Weil ich zu immer hören bekommen, dass ich zu ungeduldig bin, habe ich mir die Karte gekauft“, sagte S. „JA!, das wäre auch eine Karte für mich“ erwiderte ich und dann wandten wir uns anderen Themen zu.
Doch, dieser Spruch wirkt noch immer in mir.
Ich bin ungeduldig. Und, ich habe in meinem Leben schon in vielen Situationen – beim Nähen z.B. oder bei Zwischenmenschlichem oder in der Liebe manchmal über Monate, bei der Erziehung meines Sohnes sogar 20 oder mehr Jahre!! - Geduld geübt. Ich kann´s also – im Prinzip und ... wenn ich es will, wenn ich den Eindruck habe, dass es sich lohnt. Manchmal finde ich es zwar etwas anstrengend ...  aber gut.
Doch sonst ist meine unGeduld mein Motor.
Ich will etwas bestimmtes erreichen, habe ein Ziel vor Augen und dann geht´s los. Schnell,  Ideen umsetzen! Ohne Umweg direkt auf´s Ziel losrennen. Ok, manchmal hätte ich mir Zeit für einen Blick nach rechts oder links gönnen sollen oder ich hätte vorher noch einmal nachdenken können. Aber gut, das passiert eben auch mal und gehört einfach zu mir. Doch vielen Menschen in meiner Umgebung gefällt auch meine unGeduld. Sie wundern sich, wie schnell ich dann ein Projekt umsetze oder etwas längst erledigt habe.
Ich liebe meine Ungeduld. Sie passt so gut zu mir. Sie gehört zu meinem schnellen Lebensrhythmus.
Was auch passiert ist, dass Freunden - oder ab und zu mal  ein Mensch, mit dem ich zu tun habe, - meine unGeduld nicht ins Konzept passt. Manchmal bin ich ihnen zu eilig, zu schnell. Ich höre auch mal nicht genau hin oder überrumple mein Gegenüber. Das weiß ich. Es geht eben so viel in meinem Kopf herum und ich habe plötzlich eine ganz genaue Vorstellung davon, wie es oder etwas sein könnte. Und schon läuft der Motor warm, will ich Gas geben ....
Wie gesgat; unGeduld ist meine Stärke, ich stehe dazu.
Und jetzt das Verrückte an der Sache mit der unGeduld.
Ok, vorweg eine kleiner „Exkurs“ zum Unbewussten:
                   das Unterbewusstsein hat keine Zeitvorstellung: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft und
                   damit solche Aussprüche wie „ich werde dies und das sein ....“  werden als Tatsache angesehen;
                   das Unterbewusstsein  kennt auch keine Verneinungen: wenn ich sage „ich will nicht mehr ....“
                   dann wird das Wort „nicht“ gar nicht wahrgenommen ... (denke jetzt nicht an rosa Elefanten)
also, hier bitte zum Genialen an dem Satz „unGeduld ist meine Stärke“: mein Unterbewusstsein negiert das UN in der unGeduld.

Hah, das ist doch klasse. Eigentlich bin ich nämlich (schon immer und grenzenlos) geduldig! ,-)

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