Otherland

Veröffentlicht auf von M.


Die Tageszeitung wandert ungelesen ins Altpapier, der Fernseher wird nur noch zur Tagesschau angeschaltet, das Telefon häufiger ignoriert – die Welt bleibt draußen, denn ich bin zu Gast in Otherland. Die Nächte werden kürzer - wer braucht schon Schlaf , der Salzstreuer hält beim Essen das Buch offen (das erlaube ich mir, weil ich allein lebe) und so manches, was zu erledigen wäre, bleibt erst mal liegen, auch für den blog hier bleibt nur ein Gedanken am Rand des (realen) Universums. Aber nun bin ich schon beim vierten Band und somit ist ein Ende absehbar. Ich werde mich dann verabschieden und meiner „Sucht“ erwachsen müssen. Es gibt ja auch noch so viel anderes zu lesen.

Otherland, das ist ein Fantasy-Scienes Fiktion-Thriller ... mehr als 4000 Seiten in vier Bänden, klein gedruckt auf dünnen Papier (Heyne Verlag eben), von Tad Williams – dem Mann mit der Mega-Fantasie.

Otherland spielt etwa 50-60 Jahre in der Zukunft; die Menschen nutzen das Netz intensiv und verbringen Stunden oder Tage in virtuellen Welten - viele haben einen direkte Zugang in ihr Nervensystem und können dadurch nicht nur die Bewegungen, die sie in dem virtuellen „Leben“ (VL) machen spüren, sondern auch riechen, schmecken, Schmerz empfinden ...

Doch dann fälllt ein jugendlicher Sürafrikaner nach seinem Besuch einer virtuellen Welt ins Koma und in seiner Schwester keimt der Verdacht, dass das mit seinen Aufenthalten im Netz zu tun haben könnte. An anderen Orten in Europa, Asien, Amerika, Australien stellen verschiedene Menschen fest, dass das virtuelle Leben, neben seinen Verlockungen, auch lebensgefährliche Risiken birgt. Einige von ihnen machen sich auf, dem auf den Grund zu gehen und kommen einer Verschwörung der reichsten und mächtigsten Menschen auf die Spur, die schon vielen Kinder auf der ganzen Welt das Leben raubt. So treffen sich dann im VL neun sehr unterschiedliche Menschen, die sich zur abenteurlichsten Suche ihres Lebens - und der Literatur? – aufmachen.

Kommentar aus der Süddeutschen Zeitung zum Buch: “Man liest und liest, ist gefesselt - und würde glatt verwahrlosen, wenn einen das vegetative System nicht an dringende Bedürfnisse erinnern würde.”

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