ich und mein Spider Solitäre

Veröffentlicht auf von M.

Nach Hause kommen, Schuhe ausziehen, Wasser aufsetzen, Hände waschen, Notebook aktivieren, eine Tasse Darjeeling zubereiten, eine große Kanne heißes Wasser bereit stellen (das trinke ich später), eine Zigarette drehen, E-Mails abrufen und beantworten und dann ... Spider Solitäre spielen und dabei rauchen, Tee trinken - das ist an manchen Tagen mein Einstieg in den Feierabend.

Manchmal wundere ich mich schon über mich. Bei der Arbeit sitze ich den ganzen Tag am PC und kaum z
uhause mache ich gleich wieder die Kiste an?
Aber so ist es eben
 Beim Spielen kann ich für den Moment abschalten und im Hintergrund kreiseln leise die Gedanken, ruckeln sich zurecht, spinnen neue Fäden und ganz von selbst entsteht so Neues (blog-Beiträge z.B.). Das Spielen allein ist auf diese Weise eine sinn-freie Beschäftigung, wenn ich nicht gewinne, gebe ich eben die Karten neu, ich versuche Mal um Mal eine hohe Punktzahl zu erreichen, ärgere mich aber nicht über Verlorenes, ich sortiere Karten und ordne sie, räume sozusagen auf. Und das hat Auswirkungen auf meine Gedanken, ich schaffe Platz,
damit Anderes wachsen kann und komme zur Ruhe.

Meine Arbeit ist sehr stressig, gestern auf der Personalversammlung habe ich es nun auch schwarz auf weiß bekommen: in meinem Job bin ich sehr burn-out-gefährdet (das wusste ich schon lange, aber dazu an anderer Stelle mal mehr). Ich rede den ganzen Tag, berate, versuche zu motivieren, wende Gesetze an, kämpfe mit abstürzenden PC-Programmen ...
Und zuhause dann Ruhe. Da fällt es mir manchmal schwer „runter zu kommen“. Im Sommer bin ich nach der Arbeit ja meistens draußen, dann ist es leichter. Und drei Mal mal in der Woche kann ich beim Sport auch ganz gut die Arbeit vergessen.

Aber, „mein“ Spider Solitäre möchte ich nicht missen. Irgendwie passiert irgendetwas beim Kartenspiel: während ich die Karten ordne, ist ein anderer Teil meines Gehirns aktiv und kreativ. Ach, wie viele gute Ideen hatte ich schon dabei. Und so sitze ich auch manchmal davor, wenn ich eigentlich etwas anderes tun sollte, mich aber nicht recht motivieren kann, die zündende Eingebung nicht kommen will oder alles noch etwas kraus ist. Dann aber ist ganz plötzlich die Idee da, der Text schon fast ausformuliert und die Arbeit ist dann schnell erledigt. Ich weiß, das das Manche nicht verstehen und immer wieder ernte ich - im besten Fall - Verwunderung für dieses Vorgehen, aber so funktioniert mein Denken am besten.

„Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.“

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