heute mal ein längerer Text

Veröffentlicht auf von M.

manchmal ist das so, dass man einen Künstler oder Künstlerin schon im Vorhinein nicht mag, weil er oder sie ein bestimmtes - von uns angenommenens - Image hat, weil wir eben nur den einen Hit aus dem Radio kennen und die Schlagzeilen, die hinten in der Zeitung unter Vermischtes aus aller Welt stehen, wenn wir vom Chaos, das der Ruhm mit sich bringt lesen, hören, sehen, Gerüchte über Zusammenbrüche, Drogenkonsum, vielleicht das ganze mit einem Outfit, was wir einfach nicht verstehen, wenn jemand Junges - für unserer Auge plötzlich – auftaucht - mit einer bestimmten Veruchtheit - , so wie wir uns selbst schon lange nicht mehr gefühlt haben, dann wollen wir vielleicht nicht ganz genau hinhören und wir verstehen nicht wie alle Welt von dieser Person begeistert ist - und das auch noch so durch alle Altergruppen und Richtungen- aber auf der anderen Seite, ist da doch etwas, auch beim eigentlich nicht so genau hinhören, etwas, was etwas berührt, so ganz flüchtig, kaum wahrnehmbar, aber das setzt sich dann fest, in uns, in unserem Ohr, ach und ganz überraschend entsteht dann so ein Gefühl in uns, irgendwie ein leises Bedürfnis, kaum eingestanden, aber wachsend und dann gesteht man sich´s ein: da ist was, und, ich will vielleicht doch noch etwas anderes hören von ihr oder ihm, etwas, das noch nicht im Radio duddelte, na, und dann erkundigt man sich vorsichtig im weiteren Bekannten- nicht Freundeskreis – so weit ist es noch nicht, Sicherheit braucht es noch, vielleicht wird es ja auch kein Outing, mal rein hören, also tastet man sich vor, „hat nicht jemand eine CD, so zum Ausleihen“ oder lieber gleich eine gebrannte, na kostet ja nicht viel, kann man ja mal wagen, wenn´s denn einer hat, tja und wenn nicht, dann verpackt man vielleicht den Wunsch – der es nun schon geworden ist – in eine Reihe von anderen Wünschen, etwa so: „wenn Du mal Zeit und Lust hast, ich hab da ´ne Liste aus den letzten Sendungen der Jam Session auf Arte – jeden letzten Samstag so gegen 22.30 Uhr, eine tolle Sendung übrigens, es gibt so viele tolle Künsterlinnen und Künstler, die wir noch nicht kennen und die ganz überraschende, wunderbare Musik machen“, aber Nebenschauplatz, es ging um die Liste, die ich also so Monat für Monat zusammensgestellt habe, na und „es ist ja bald Weihnachten, da würde ich mich echt drüber freuen, wenn du einige davon für mich aus dem Netz  fischen und brennen könntest“, als „Sicherungskopie“ natürlich nur, „ach und dabei fällt mir ein, gib mal den Zettel, ich schreib´eben noch .... drauf, das würde mich auch mal interessieren“, so ganz lapidar dahin gesprochen, aber innerlich auch gespannt sein, ob er von dieser Liste vielleicht gerade die, nun inzwischen schon ersehnte auch mitbrennt, das wäre klasse, aber vorsicht!, vielleicht ist es ja auch gar nicht gut, na, und dann habe ich einen ganzen Stapel – die ganze Liste!- bekommen, von meinem Sohn, hurra, danke und es sind soo tolle Sachen dabei, und dann habe ich alle nacheinander einmal abgespielt, bei einigen bin ich hängen geblieben, die übernachten manchmal tagelang im CD-Spieler und laufen auch schon mal heiß, ich kann das gut, so bestimmte Sachen sprechen mich an: Rhythmen, nur Textfragmente zunächst, und dann stelle ich an bestimmten Tagen den CD-Player auf „repeat all“ und sie läuft durch die Nacht hinduch, trägt mich in eine bestimmte Stimmung, eine Art von Zeit-belang-losigkeit, ich fühle mich wohl mit dieser Musik und dann auch mit mir - so allein, bei mir -  ab und zu tanze ich dazu, dann irgendwann nach ein, zwei, drei Wochen, spielte ich sie auch meinem besten Freund vor, und der fand´s  auch gut, wir teilten die gleichen oder ähnliche Bilder und Stimmungen, die beim Hören entstehen, so ganz still, für uns hin, ohne darüber zu reden, einfach nur so den Groove ins Gespräch übernehmend und dann gibt es wieder einen Abend, der sich irgendwie so ergibt, die CD läuft so dahin, aber eigentlich höre ich gar nicht richtig zu, sie läuft nebenbei, aber leise schleicht „es“ sich ein, ein Hauch einer bestimmten Stimmung wird schnell-langsam in eine Stimmung transformiert – Zeit spielt überhaupt keine Rolle mehr, eigentlich wollte ich noch dies und das machen, aber egal, ich fühle mich gut und die Texte sind so spannend, auch wenn das Eine oder Andere im Moment noch verschlossen bleibt, ich höre mich ein, verstehe - mit meinen Bildern im Kopf - den Kontext des Textes, freue mich darüber, das kann sie wirklich gut, Text und Stimme und Instrumentalisierung sind so gut aufeinander abgestimmt, das macht Spaß, diese Stimme ist fantastisch, Jahrhunderstimme hat mal einer im TV gesagt, damals wollte ich es noch nicht glauben, aber jetzt reihe ich mich ein in die Schar der Fans und da ich zwei Alben von meinem wundervollen Sohn bekommen habe, die auch etwas unterschiedlich sind ... ich liebe meine Sohn und mein bester Freund ist eben mein bester Freund, darum sind sie aus diesem Text auch nicht wegzudenken, ich teile eben schöne Momente mit ihnen ...  ja und jetzt läuft sie wieder schon ein, zwei, - drei Stunden sind´s – manchmal mache ich die Musik leiser – wegen der Nachbarn, die sollen ja nicht mitbekommen, dass seit Stunden immer das gleiche zu hören ist und dann denke ich, dass sie vielleicht auch mal was anderes aus der Wohnung unter ihnen hören möchten, aber heute geht das nicht, ich habe mich geradezu festgesaugt, mit den Ohren und der Stimmung dazu – also mal leiser, dann wieder lauter und ich schreibe diesen Text (nicht seit drei Stunden, sondern so ganz schnell hintereinander weg, ja das kann ich manchmal, leider viel zu selten), ich mag das Album „Frank“ besonders, das ist derzeit mein Favorit ...

tja so war´s, das ist die Story, wie ich zum Fan wurde, und wer mir nicht zustimmt, soll nur mal ganz genau zuhören, sich Zeit nehmen, dann wird er oder sie den Flow spüren - oder etwas anderes

Veröffentlicht in tätigkeitsbericht

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