WochenEnde, WochenAnfang

Veröffentlicht auf von M.

Ich mag Sonntagabende nicht so sehr.

Gerade, wie es mir scheint, haben mein Körper und meine Seele einen anderen Rhythmus gefunden – zum Beispiel: nicht mehr um sechs Uhr morgens hellwach sein oder nicht einen Termin nach dem nächsten haben – und ich fange an, die Zeit für Etwas nicht nach der Uhrzeit zu beurteilen. Ich habe dann das Gefühl genossen, Zeit zu vertrödeln, mich an Ungeplantem zu erfreuen und nach meinem Biorhythmus (wie es so schön heißt) zu leben. Und ich mag dieses Gefühl so.

Ach und dann ist es wieder mal so plötzlich Sonntagabend. Das Wochenende fast vorbei, der Wochenanfang schreit nach Aufmerksamkeit. Doch noch ein paar Dinge erledigen, die in der kommenden Woche schlecht zu  tun sind? Vorbereitungen treffen, Arbeitsklamotten bügeln zum Beispiel? Bäh.

Seit ein paar Monaten (und noch bis zum 31. März) habe ich montags frei, denn ich habe mir mal eine befristete Stundenreduzierung gegönnt. Das ist so wunderbar. Ich habe Zeit! Meistens stehe ich dann doch früh auf und weil ich auch lange auf bleibe, gehe ich hin und wieder später am Tag noch einmal wieder ins Bett, lese, schlafe vielleicht. Das, was ich sonst in zwei Tagen erledigt habe, kann ich jetzt in drei Tagen tun und, ich kann mal ein zwei Stunden dazwischen lesen oder „aus dem Fenster schauen“.

Nun aber begab es sich, dass ich am Sonntag vor drei Wochen zufällig um viertel vor zwölf am Abend auf WDR 3 im Fernsehen den „Poetry Slam“ gesehen habe.

Weil ich Worte mag  - nicht nur benutze ich sie gern in ihrer ganzen Vielfalt,  ich höre ebenso gern Menschen zu, die ihre Worte wohl überlegt (ein)setzen und weil ich seit Monaten die Nachtbarden regelmäßig besuche, habe ich mir die halbstündliche Sendung natürlich angeschaut. Ein absoluter Gewinn für meine Woche. Es treten immer fünf junge Menschen, so Anfang Zwanzig bis Anfang Dreißig (?), vier Männer, eine Frau, jedes Mal andere auf. Sie haben drei Minuten Zeit, einen eigenen Text zum Besten zu geben, sie reden oft mit Händen und Füßen, mal schnell, mal leise, wechseln auch mal das Sprechtempo – schön.

Und so wechselt das WochenEnde mit dem WochenAnfang, mit mindestens einem versonnenen Lächeln, einem lauten Lachen und ganz viel Freude. Ich glaube, dass das nicht nur daran liegt, dass ich noch einen Tag frei habe, komischerweise habe ich am Montag nämlich kein Sonntagabendgefühl.

Ich danke 1. den Nachtbarden und 2. dem WDR.

http://nachtbarden.de/ und www.wdr.de/tv/poetryslam/zursendung/poetenprofile

(leider funktionieren jetzt gerade die Videos nicht mehr, also hier keine extra Verlinkung zu einem Beitrag, der mir sehr gefallen hat, tut mir Leid)


Veröffentlicht in zu gast

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zeh kah 02/16/2009 21:06

Ich möchte gerne einen Hinweis per Mail bekommen wenn der nächste Slam im WDR läuft.... Bitte