Altweibersommer

Veröffentlicht auf von M.


So langsam verabschiedet sich der Sommer und so wie wir den angesammelten Jahren nicht entkommen, so schwächelt auch der Sommer, weist Falten auf, zeigt Alterserscheinungen.

Gestern Morgen um sieben Uhr, bei zwölf Grad, kamen auf dem Fahrrad Gedanken an den Herbst und Handschuhe auf. Passe ich nicht auf, dann schlüpfen Strümpfe bei der morgendlichen Bekleidungsauswahl fast von allein aus der lange verschlossenen Schublade. Aber, noch ist es noch so weit, luftige Sommerkleidung und eine wärmere Jacke für die morgendliche Kälte reichen noch aus.

Ich mag diesen Altweibersommer. Das Sonne steht morgens so tief, dass ich meine Sonnenbrille ohne Bedenken aufsetzen kann. Mittags heizen die Sonnenstrahlen die Haut richtig auf und abends wirft dann die Sonne ein besonders schönes Licht auf die Welt. Die Luft ist morgens frisch und fühlt sich wie Seide an und so ein Landregen nimmt den Staub aus der Luft und die Pflanzen trinken sich endlich mal satt.

Andere Farbnuancen gesellen sich zum Grellen, Hellen, Strahlenden dazu. So wie wir mit den Jahren unseren Schatz an Erfahrungen ausdehnen, bereichert sich auch der Sommer an Einsichten – es muß nicht nur heiß sein, Kühle, Regen und kürzer werdende Tage stehen dem Spätsommer gut. Also, kein Grund wehmütig zu werden. Und im Gegensatz zu uns, ist der Sommer im Mai wieder jung.

 


 

„Altweibersommer ist eine so genannteSingularität und bezeichnet einen Zeitabschnitt gleichmäßiger Witteung im Spätjahr, oft im September, welcher sich durch ein Hochdruckgebiet, stabiles Wetter und ein warmes Ausklingen des Sommers auszeichnet.

Der Name leitet sich von Spinnfäden her, mit denen junge Baldachinspinnen im Herbst durch die Luft segeln. Mit „weiben“ wurde im Altdeutschen das Knüpfen der Spinnweben bezeichnet. In norddeutschen Dialekten nennt man die Altweibersommerfäden Metten, Mettken oder Mettjen (als Verkleinerungsform von Made, d.h. man hielt sie für Raupengespinst). Wegen der lautlichen Ähnlichkeit wurde dieser Begriff wohlvolksetymologisch zu Mädchen umgedeutet.

Im Volksglaube wurden diese Spinnweben aber auch für Gespinste vonElfen, Zwergen und Nornen oder der Jungfrau Maria  („Marienfäden“, „Mariengarn“, „Marienseide“, „Marienhaar“ oder „Unserer Lieben Frauen Gespinst“, „Mutter Gottes Gespinst“) gehalten. Weitere Bezeichnungen sind Ähnlsummer, Frauensommer, Mädchensommer, Mettensommer, Mettkensommer, Metjensommer, Witwensömmerli, Liebfrauenhaar und fliegender Sommer. Im Volksglauben nahm man an, dass es baldige Hochzeit verheißt, wenn sich fliegende Spinnfäden im Haar eines jungen Mädchens verfangen.“ Quelle: Wikipedia

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