Herbst II oder auch: Novemberblues

Veröffentlicht auf von M.


Heute, der Tag fing grau und mit Dauerregen an, umfing der Novemberblues nicht nur mich, die mal wieder gut durchfeuchtet vom Fahrrad stieg, sondern fast alle in meiner Umgebung.

Die KollegInnen stöhnen und erklären unisono, dass der Herbst und besonders der November nichts für sie sei. Gedanken ans Auswandern geben manche zum Besten. Andere beschäftigen sich nach Feierabend intensiv mit der Urlaubsplanung für 2010 und erstatten Bericht bei Flur- und Pausengesprächen. Viele machen es sich bei der Arbeit gemütlich und heizen ihren Arbeitsraum ordentlich, manche schalten Lichterkette ein.

Für mich sind diese Abwehrmaßnahmen nichts.
Es überfordert mich, schon Anfang November meinen Urlaub für das nächste Jahr so weit zu planen, dass ich mich mit den KollegInnen über Anwesenheitszeiten auseinandersetzen könnte, überheizte Räume sind mir ein Graus und von Lichterketten habe ich mich Anfang der 90er Jahre verabschiedet.

Doch was hilft, wenn ich morgens  – wenn´s gut läuft – in leichtem Nieselregen zur Arbeit fahre, tagsüber komplett das Zeitgefühl verliere, weil die Welt sich trübe zeigt, es schon um 15:30 Uhr stockedunkel ist und ich dann zum Feierabend wieder naß von Fahrrad steige (und sage jetzt niemand, nimm doch die Öffis, das ist noch schlimmer).

An diesen Tagen, wenn mich der Blues so richtig in seinen Fängen hat und ich mich unbändig nach Helle und Wärme sehne, schalte ich nach Feierabend möglichst vieler Lampen in meinen Lebensräumen ein, lege meine LieblingsCD in den Player („repeat all“), gehe vielleicht in die Wanne und sperre so die Novemberwelt eine Weile aus meinen Gedanken aus.
Und morgen, da steige ich frühmorgens wieder auf das Rad, trotze den Unbillen der Natur ... und am Abend erzählt mir dann mein bester Freund eine Geschichte, die mein Herz erwärmt ...


Veröffentlicht in tätigkeitsbericht

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:

Kommentiere diesen Post