„ Die Instrumente des Herrn Jørgensen“

Veröffentlicht auf von M.


von Georg Jonathan Precht und Richard David Precht (Goldmann Verlag, Peter M.!) ist mein Buch der Woche.
570 Seiten pralles Leben auf einer kleinen dänischen Insel, beobachtet von einem Kopenhagemer Kriminalassistenten, der zur „sozialtechnischen Assimilationsschulung zur Stärkung der Orientierungsleistung wahrnehmungsgeopraphischer Akkomodationsprozesse“ in die Provinz geschickt wurde.
Natürlich stellt sich Ansgar Jørgensen, als er gleich nach seiner Ankunft zur Beerdigung eines Inselunikums mitgenommen wird, die Frage, ob der Verblichene einen natürlichen Tod starb. In der Folge lernt er nicht nur die Inselbevölkerung näher kennen, sondern erforscht auch die Gedankengänge eines früheren Kommissars, dessen Archiv er, mangels richtiger Polizeiarbeit, zu ordnen hat.
Ein Buch über äußeres und inneres Chaos, die Ordnung der Welt, die Macht der Kreativität, das mit Ausflügen in die Naturwissenschaften, in Theologisches und Medizinisches, das nebenbei den Assimilationsprozess eines Städters in die bäuerliche Ordnung eine Kleinstinsel beschreibt.
Ein wunder-volles Buch. Mit schönen Schilderungen und wunderbaren Zustandsbeschreibungen von Mensch, Natur ...


„Sich die Augen reibend, trottete er mit zerknitterter Laune ins Bad, überlegte einen Moment, den tropfenden Brausekopf widerwillig musternd, ob er sich zur Belebung seines Kreislaufs unter die kalte Dusche stellen sollte, strich sich aber nur widerwillig die Arme, ging runter in die Küche und machte sich Tee. ... Nachdem er sich auf den Stuhl geklemmt hatte, wagte er nun wieder einen vorsichtigen Blick in seine Gedanken. So munter und wild sie am Nachmittag noch durcheinander getollt waren, so träge und lustlos hockten sie jetzt beieinander, zu mürrisch, sich auch nur einen Millimeter zu bewegen. Jørgensen wendete alle Kniffe an, versuchte es mit Tricks und Geduld, doch nicht half. Resigniert stand er auf und drehte einige Runden im Raum. ...“

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